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Wie funktioniert ein High-Shear-Mischer-Granulator und was macht ihn so effektiv?

2026-06-05 Branchennachrichten

Was ist ein High-Shear-Mischer-Granulator?

A Hochschermischer-Granulator (HSMG) ist eine pharmazeutische und industrielle Verarbeitungsmaschine, die Trockenpulvermischung und Nassgranulierung in einem einzigen, geschlossenen Behälter kombiniert. Es verwendet ein Hochgeschwindigkeitslaufrad, das sich am Boden einer Schüssel dreht, kombiniert mit einem seitlich angebrachten Zerkleinerungsmesser, um gleichzeitig Pulver zu mischen, Bindemittelflüssigkeit zu verteilen und feine Partikel zu dichten, gleichmäßigen Körnchen zu agglomerieren. Der gesamte Prozess – vom Trockenmischen bis zur Granulatbildung – findet in einer geschlossenen Einheit statt, ohne dass das Produkt zwischen separaten Geräten umgefüllt werden muss.

Hochschermischer-Granulatoren sind die vorherrschende Granulierungstechnologie bei der Herstellung pharmazeutischer Tabletten, da die von ihnen produzierten Granulatkörner dicht, frei fließend und komprimierbar sind – Eigenschaften, die für ein gleichmäßiges Tablettengewicht und eine gleichbleibende Tablettenhärte entscheidend sind. Die gleiche Technologie wird auch bei der Herstellung von Waschmitteln, Düngemitteln, Keramik und Lebensmitteln eingesetzt. Um zu verstehen, wie diese Maschine funktioniert, müssen ihre mechanischen Komponenten, die Physik der Granulatbildung und die Abfolge der Prozessschritte untersucht werden, die loses Pulver in fertiges Granulat umwandeln.

Schlüsselkomponenten und ihre Funktionen

Jeder Hochschermischer-Granulator verfügt über einen gemeinsamen Satz Kernkomponenten, und jede spielt eine spezifische Rolle im Granulierungsmechanismus. Das Zusammenspiel dieser Komponenten bestimmt die Leistung der Maschine und ihre Fähigkeit, Granulat mit kontrollierten Eigenschaften zu produzieren.

  • Schüssel (Gefäß): der Edelstahlbehälter, der die Pulvermasse aufnimmt. Die Schüsselgeometrie – einschließlich Durchmesser, Tiefe und Wandkrümmung – beeinflusst direkt die Pulverzirkulationsmuster und die Mischeffizienz. Schalen sind typischerweise halbkugelförmig oder zylindrisch mit einem gewölbten Boden.
  • Hauptlaufrad: ein mehrschneidiges rotierendes Werkzeug, das am Boden der Schüssel montiert ist und von einem Motor mit hohem Drehmoment angetrieben wird. Das Laufrad erzeugt die primäre Mischwirkung, indem es die Pulvermasse in einem torusförmigen (donutförmigen) Strömungsmuster anhebt und zirkulieren lässt. Die Drehzahl liegt typischerweise zwischen 100 und 500 U/min, die genauen Drehzahlen variieren jedoch je nach Maschinengröße und Anwendung.
  • Zerkleinerer (Granuliermesser): ein kleines Hochgeschwindigkeitsblatt, das an der Seitenwand der Schüssel montiert ist und senkrecht zum Hauptlaufrad ausgerichtet ist. Der Häcksler rotiert mit einer Geschwindigkeit von 1.000 bis 3.000 U/min und ist für das Aufbrechen großer Agglomerate und die Kontrolle der Granulatgrößenverteilung verantwortlich. Ohne den Häcksler würde die nasse Masse zu großen, unkontrollierten Klumpen verfestigen.
  • Bindemittelzugabeanschluss: eine Sprühdüse oder Flüssigkeitszugabeöffnung, durch die die Granulierflüssigkeit (Bindemittellösung) in das Pulverbett eingeführt wird. Eine kontrollierte Flüssigkeitszugaberate ist entscheidend, um eine Überbenetzung zu vermeiden.
  • Antriebsmotoren: Separate Motoren steuern das Laufrad und den Zerkleinerer unabhängig voneinander, sodass Prozessingenieure jede Geschwindigkeitsvariable während der verschiedenen Phasen des Granulationszyklus anpassen können.
  • Entladeanschluss: ein Ventil am Boden oder an der Seite der Schüssel, das sich öffnet, um das fertige Granulat nach Abschluss der Granulierung in einen nachgeschalteten Trockner – typischerweise einen Wirbelschichttrockner – abzugeben.

Das Schritt-für-Schritt-Arbeitsprinzip

Das Funktionsprinzip eines Mischgranulators mit hoher Scherung erstreckt sich über mehrere unterschiedliche Prozessstufen. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf und der Übergang zwischen den Stufen muss sorgfältig kontrolliert werden, um Granulat mit der gewünschten Dichte, Größe und Porosität zu produzieren.

Stufe eins: Trockenmischen

Der Prozess beginnt mit dem Trockenmischen. Alle Pulverkomponenten – der pharmazeutische Wirkstoff (API), Füllstoffe wie Laktose oder mikrokristalline Cellulose und intragranuläre Hilfsstoffe – werden in die Schüssel geladen. Das Hauptlaufrad wird dann mit mäßiger Geschwindigkeit aktiviert, typischerweise zwischen 150 und 300 U/min. Die rotierenden Laufradschaufeln streichen durch das Pulverbett, heben Material vom Boden der Schüssel an und schleudern es in einer kontinuierlichen toroidalen Zirkulation nach oben und außen. Dieses Zirkulationsmuster stellt sicher, dass alle Pulverkomponenten homogen verteilt sind, bevor Flüssigkeit zugeführt wird. Das Trockenmischen dauert typischerweise 2 bis 5 Minuten, abhängig von der Chargengröße und der Anzahl der zu mischenden Komponenten.

Während dieser Phase kann der Häcksler intermittierend aktiviert werden, um verdichtete Pulveragglomerate oder Klumpen kohäsiven Materials aufzubrechen. Das Ziel am Ende des Trockenmischens ist eine gleichmäßige, vollständig vermischte Pulvermasse ohne sichtbare Entmischung zwischen Komponenten unterschiedlicher Dichte oder Partikelgröße.

Stufe zwei: Bindemittelzugabe und Nassmasse

Sobald das Trockenmischen abgeschlossen ist, wird die Bindemittelflüssigkeit dem zirkulierenden Pulverbett hinzugefügt. Zu den gängigen Bindemitteln gehören wässrige Lösungen von Polyvinylpyrrolidon (PVP), Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC) oder Gelatine. Die Flüssigkeit wird typischerweise durch eine Düse eingesprüht, um sie so fein wie möglich auf der Pulveroberfläche zu verteilen. Für weniger empfindliche Formulierungen wird jedoch auch die Schwerkraftzugabe eingesetzt. Wenn Flüssigkeit mit dem Pulver in Kontakt kommt, benetzt sie einzelne Partikel und beginnt, Flüssigkeitsbrücken zwischen benachbarten Partikeln zu bilden.

Das Hauptlaufrad wälzt die nasse Masse weiterhin kräftig um. Die vom Laufrad zugeführte mechanische Energie knetet und verdichtet das immer feuchter werdende Pulver und fördert so die Flüssigkeitsverteilung in der Masse. Mit zunehmendem Flüssigkeitsgehalt bilden sich mehr Partikel-zu-Partikel-Flüssigkeitsbrücken und die Masse beginnt sich von einem losen Pulver in ein zusammenhängendes, nasses, körniges Material umzuwandeln. Dieses Stadium wird Nassmassieren genannt, und das Material an diesem Punkt wird oft als Nassmasse oder grünes Granulat bezeichnet. Der Häcksler läuft gleichzeitig, um zu verhindern, dass sich die Masse zu großen, seilartigen Agglomeraten verfestigt.

Stufe drei: Granulatwachstum und Größenkontrolle

Das Granulatwachstum in einem Mischgranulator mit hoher Scherung folgt einer gut etablierten Abfolge von Mechanismen. Die Keimbildung erfolgt zunächst, wenn benetzte Partikel kollidieren und aneinander haften und kleine Keime bilden. Diese Kerne wachsen dann durch zwei Hauptmechanismen: Koaleszenz, bei der zwei Körnchen beim Zusammenstoß verschmelzen, wenn ihre Oberflächen ausreichend feucht und verformbar sind; und Schichtung, bei der feine Partikel an der Oberfläche bestehender Granulatkörner haften.

Das Gleichgewicht zwischen Koaleszenz und Schichtung bestimmt die endgültige Korngrößenverteilung. Die vom Laufrad erzeugten hohen Scherkräfte liefern die kinetische Energie für Kollisionen, während der Häcksler übergroße Agglomerate kontinuierlich in kleinere Bruchstücke bricht. Dieses dynamische Gleichgewicht zwischen Wachstum und Bruch verleiht Hochschergranulatoren die Fähigkeit, Granulat in einem engen, kontrollierten Größenbereich zu produzieren – typischerweise zwischen 200 und 800 Mikrometer für pharmazeutische Anwendungen.

Prozessingenieure überwachen die Phase der Nassmasse, indem sie den Strom (Stromstärke) des Laufradmotors verfolgen, der ansteigt, wenn die Nassmasse dichter und widerstandsfähiger wird. Der Spitzenstrompunkt – oft auch Endpunkt genannt – signalisiert, dass das Granulatwachstum abgeschlossen ist und die feuchte Masse den optimalen Feuchtigkeitsgehalt und die optimale Dichte zum Trocknen erreicht hat.

Stufe vier: Entlassung

Sobald der Granulierungsendpunkt erreicht ist, werden Laufrad und Zerkleinerer gestoppt und das Auslassventil am Boden der Trommel geöffnet. Das feuchte Granulat fällt durch die Schwerkraft – oder unterstützt durch eine Schaberklinge – in einen Auffangbehälter oder direkt in einen angeschlossenen Wirbelschichttrockner. Der Austragsschritt muss schnell abgeschlossen werden, um zu verhindern, dass sich das nasse Granulatbett verfestigt und die Handhabung erschwert. In vollständig integrierten Produktionslinien ist der Hochschermischer-Granulator direkt über der Wirbelschicht-Trocknungsschüssel montiert, sodass der Austrag nahtlos und geschlossen erfolgt und so die Produktqualität und die Sicherheit des Bedieners geschützt werden.

Kritische Prozessparameter, die die Granulatqualität beeinflussen

Die Qualität des von einem Hochschermischer-Granulator hergestellten Granulats wird durch eine Kombination von Formulierungsvariablen und Prozessparametern bestimmt. Durch die Änderung einer dieser Variablen verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Granulatwachstum und -bruch, was dazu führt, dass die Granulatkörner zu fein, zu grob, zu hart oder zu porös sind. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Prozessparameter und deren Auswirkungen auf die Granulateigenschaften zusammen.

Prozessparameter Wirkung der Erhöhung Wirkung der Abnahme
Laufradgeschwindigkeit Dichteres, härteres Granulat; schnelleres Wachstum Weicheres, poröseres Granulat
Häckslergeschwindigkeit Kleinere, engere Korngrößenverteilung Größere, breitere Größenverteilung
Bindemittelzugaberate Gefahr der Übernässung, große Klumpen Schlechtes Granulatwachstum, hoher Feinanteil
Gesamtvolumen des Bindemittels Größere, härtere Körnchen Schwaches Granulat, zu viel Feinanteil
Nassmassierzeit Dichteres, stärker verfestigtes Granulat Weicheres, weniger gleichmäßiges Granulat
Schüsselbeladung (Füllstand) Langsameres Mischen, Herausforderungen bei der Skalierung Inkonsistente Granulatbettdynamik

Vorteile der High-Shear-Granulierung gegenüber anderen Methoden

Mischgranulatoren mit hoher Scherung bieten eine überzeugende Kombination aus Prozesseffizienz und Produktqualitätsvorteilen im Vergleich zu alternativen Granulierungstechnologien wie der Wirbelschichtgranulierung, der Doppelschneckenextrusionsgranulierung oder der Planetenmischergranulierung mit geringer Scherung.

  • Kurze Bearbeitungszeit: Ein vollständiger Granulierungszyklus mit hoher Scherung – Trockenmischen, Bindemittelzugabe und Nassmassieren – dauert typischerweise zwischen 10 und 30 Minuten, verglichen mit 45 bis 90 Minuten für entsprechende Chargen der Wirbelschichtgranulierung
  • Dichtes, komprimierbares Granulat: Durch den hohen mechanischen Energieeintrag entstehen Granulate mit höherer Schüttdichte und besserer Komprimierbarkeit als bei der Wirbelschichtgranulierung, was einen erheblichen Vorteil für die Herstellung von Direktkompressionstabletten darstellt
  • Weniger Bindemittel erforderlich: Da die hohen Scherkräfte das Bindemittel sehr effizient in der Pulvermasse verteilen, ist insgesamt weniger Bindemittelflüssigkeit erforderlich, um die gleiche Granulatfestigkeit zu erreichen
  • Enthaltene Verarbeitung: Die geschlossene Schüsselkonstruktion schützt den Bediener vor Staubbelastung und verhindert eine Produktverunreinigung, was besonders wichtig beim Umgang mit wirksamen Wirkstoffen ist
  • Skalierbarkeit: Der Prozess lässt sich vorhersehbar von Schüsseln im Labormaßstab (1–10 Liter) bis hin zu Anlagen im Produktionsmaßstab (300–1.200 Liter) skalieren, wenn die richtigen Scale-Up-Parameter – wie Spitzengeschwindigkeit statt U/min – als konstante Variable verwendet werden

WHL High Shear Rapid Mixer Granulator

Endpunkterkennung: Wissen, wann die Granulierung abgeschlossen ist

Einer der technisch anspruchsvollsten Aspekte der Granulierung mit hoher Scherung besteht darin, genau zu bestimmen, wann der Granulierungsendpunkt erreicht wurde. Bei unzureichender Verarbeitung bleiben zu viele feine Partikel zurück, die sich während der Tablettenkomprimierung absondern. Bei übermäßiger Verarbeitung entstehen Granulatkörner, die zu dicht, zu hart und schlecht komprimierbar sind – was zu Tabletten mit unzureichender Härte oder Auflösungsleistung führt. In der Praxis werden verschiedene Methoden verwendet, um den Granulationsendpunkt in Echtzeit zu ermitteln.

Der Stromverbrauch des Laufradmotors (Stromstärkeüberwachung) ist die am weitesten verbreitete Methode. Da sich die feuchte Masse beim Granulieren verfestigt, bietet sie dem Laufrad einen zunehmenden Widerstand, wodurch der Motor mehr Strom zieht. Das Stromstärkeprofil im Zeitverlauf folgt einer charakteristischen Kurve, die während der Nassmassierungsphase ansteigt und sich auf einem Plateau einpendelt, wenn das Granulatwachstum abgeschlossen ist. Prozessingenieure korrelieren den Zielstromwert während der Entwicklung mit den physikalischen Eigenschaften des Granulats und verwenden diesen Wert dann als automatisierten Endpunktauslöser während der Routineproduktion.

Neben oder anstelle der Stromstärkeüberwachung werden zunehmend fortschrittlichere Werkzeuge der Prozessanalysetechnologie (PAT) eingesetzt. In der Trommelwand montierte Nahinfrarot-Spektroskopiesonden (NIR) können den Feuchtigkeitsgehalt und die Partikelgröße des Granulats in Echtzeit messen. Sonden zur Messung des fokussierten Strahlreflexionsvermögens (FBRM) zählen und messen die Sehnenlänge von Körnchen, die durch den Laserstrahl laufen, und liefern so ein direktes Körnchengrößensignal ohne Probennahme. Diese Tools ermöglichen eine strengere, wissenschaftlich fundiertere Endpunktkontrolle und werden zunehmend im Rahmen der Quality by Design (QbD)-Regulierungsrahmen für die pharmazeutische Herstellung gefordert.